Emma Ansorge ist eine vielversprechende junge Tennisspielerin. Sie zeigt viele Eigenschaften, die genau zum Selbstverständnis der Dr. Sasse Gruppe passen. Seit knapp einem Jahr sind wir deshalb Sponsor der Sportlerin. Im Interview berichtet sie über ihre Entwicklung, ihr Verständnis von Talent und Freude im Sport, ihr Vorbild und ihre Pläne.

Emma, was beschäftigt Dich gerade am meisten?

Das nächste Schuljahr, ich komme in die Oberstufe, die 12. Klasse. Das Sportgymnasium in Neubrandenburg, das ich besuche, geht bis zur 13. Damit neben dem Sport – viermal die Woche Training am Vormittag, viermal am Nachmittag – genügend Zeit zum Lernen bleibt. Klar, mein Ziel heißt Profispielerin. Aber auf dieses Talent allein will ich mein Leben nicht aufbauen. Auch Freizeit mit Freunden gehört zum Leben, so wie ich mir das vorstelle.

Du spielst seit deinem vierten Lebensjahr Tennis. Wie kam es dazu?

Meine Eltern haben mir erzählt – und ein bisschen erinnere ich mich daran – dass ich schon als Kind viel spielerisches Gefühl zeigte. „Bälle fand sie schon immer faszinierend“, sagt mein Vater immer. Als ich dann vier war, haben mich meine tennisbegeisterten Großeltern dann zu ihren Spielen mitgenommen und mich behutsam an den Umgang mit Schläger und Ball herangeführt.

„Ich wollte besser werden und ich wollte richtig spielen.“

Wie war es dann, als aus dem Spiel „Ernst“ wurde?

Das hat sich ganz von selbst ergeben. Ich wollte besser werden und ich wollte richtig spielen. Darum bin ich den Verein, in die Kindergruppe des TC Rot-Weiß Neubrandenburg. Da habe ich auch zum ersten Mal ein Gespür dafür bekommen, dass Tennis zwar größtenteils ein Einzelsport ist, dass aber das Miteinander in der Mannschaft den größten Spaß macht.

Was hast Du seither erreicht?

Neunfache Landesmeisterin in den Altersklassen U 10 bis U 18. Einmal ostdeutsche Meisterin, zweimal Vize. Mit meinem Club Mannschaftsmeisterin in Schleswig-Holstein. In der Rangliste der U 16-Tennisspielerin die Nummer 69 in Deutschland. Und seit kurzem auf der Damenrangliste, auf der nur gelistet wird, wer zu den besten 500 Spielerinnen in Deutschland gehört. Da stehe ich auf Platz 416, noch weit entfernt vom einer Angelique Kerber oder einer Julia Görges. Aber doch schon 84 Plätze nach vorn gerückt in der Wahrnehmung.

Nachwuchstalent Emma Ansorge zusammen mit Dr. Christine Sasse, Vorstand HR und Organisation

Wer ist Dein Vorbild?

Ganz klar: Roger Federer. Ich finde diesen Spieler aus der Schweiz sehr beeindruckend, der seit vielen Jahren die Weltrangliste anführt, der jedes große Turnier auf diesem Planeten schon gewonnen hat. Seine sportlichen Erfolge, seine Spieltechnik, sein Verständnis für Platz und Gegenspieler: Das ist imponierend. Seine Freundlichkeit, seine Zugewandtheit, sein Auftritt „neben dem Platz“: Das ist groß. Beides zusammen macht ihn zu jemand, der aus der Masse herausragt. An dem man sich orientieren kann, ohne zur Kopie zu werden.

Was macht Dich zuversichtlich, dass Du das hinbekommst?

Das Spielen ist das eine. Das strukturierte Arbeiten, mit einem klaren Plan, mit voller Konzentration, das macht den Unterschied. Damit kann ich mich weiterentwickeln, Schritt für Schritt, Training für Training, Spiel für Spiel. Und ich kann dabei im „Spiel“ bleiben: Freiraum haben, Fantasie entwickeln, die Freude rauslassen.

Immer sichtbar, immer messbar

Hast Du einen Zeitplan für Deine Karriere?

Der Weg dort hinauf an die Weltspitze, er ist lang, sehr lang. Mir ist bewusst, dass ich auf diesem Weg immer sichtbar bin, immer messbar. Zuschauer und Trainer, Teamkolleginnen und Gegnerinnen, Freunde, Eltern, Großeltern: Sie werden aufmerksam beobachten, wie ich an mir arbeite, wie ich mit Fehlern umgehe und mit Niederlagen, mit kleinen und mit großen Siegen. Dass sie da sind und ich mit ihnen reden kann, Erfahrungen austauschen, Kritik abfragen – das bedeutet mir sehr viel.

Wo spielst Du heute, wo möchtest Du hin?

Mein Team, wenn es um Liga-Plätze und Punkte geht, ist der TuS Lübeck 1893. Nicht gerade um die Ecke von Zuhause, aber eben genau das Umfeld, das mich am besten an den Profispielbetrieb heranführt. Seit drei Jahren bin ich dort dabei, meine Leistung gab den Ausschlag für die Aufnahme im höherklassigen Team. Das bedeutet auch: Gegner, von denen man lernen kann und an denen man wächst. Natürlich ist mir klar, dass es sein schönes Ziel ist, Wimbledon zu gewinnen. Aber die größere Motivation steckt für mich in der eigenen Entwicklung, im ständigen Üben, Trainieren, Ausprobieren. Bis dann der große Aufschlag fast wie von selbst passiert.